Initiative „Der Weiße Punkt“ startet erstmals herstellerübergreifendes Pilotprojekt zur stofflichen Verwertung medizinischer Einweginstrumente

Unter dem Dach der ZUKE Green Community haben sich 16 Kliniken, 10 führende Medizinproduktehersteller, eine Einkaufsgemeinschaft und ein Entsorger zusammengefunden und erproben in einem eigenständigen Projekt unter der Leitung von CIRCULARMED eine neue Kreislauflösung für das Gesundheitswesen.

Key Visual Weißer Punkt

01. Oktober 2026 – Das deutsche Gesundheitswesen produziert jedes Jahr erhebliche Mengen an Einwegmaterialien, die nach einmaliger Nutzung überwiegend thermisch verwertet werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Ressourcen- und Klimaschutz sowie an eine sichere und resiliente Versorgung. Mit dem Start des Pilotprojekts „Einweginstrumente“ setzt die Initiative „Der Weiße Punkt“ deshalb ein starkes Zeichen für eine neue Generation nachhaltiger Gesundheitsversorgung.

Gemeinsam mit 16 Pilotkliniken, 10 weltweit führenden Medizinprodukteherstellern, einer Einkaufsgemeinschaft, der CIRCULARMED GmbH als Projektleitung sowie REMONDIS Medison als Projektpartner wird erstmals in Deutschland ein herstellerübergreifendes Rücknahme- und Verwertungssystem für medizinische Einweginstrumente unter realen Klinikbedingungen erprobt. Ziel des Projekts ist es, wertvolle Rohstoffe nach ihrer Nutzung einer hochwertigen stofflichen Verwertung zuzuführen und neue Ansätze für eine ressourcenschonende Gesundheitsversorgung zu entwickeln.

 

Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen ist keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit.

Krankenhäuser stehen heute vor der Herausforderung, höchste Patientensicherheit mit wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den Anforderungen des Klima- und Ressourcenschutzes in Einklang zu bringen. Medizinische Einweginstrumente leisten dabei einen wichtigen Beitrag zur Versorgung, bestehen jedoch häufig aus hochwertigen Kunststoffen und Metallen, die bislang nach der Nutzung nur begrenzt im Wirtschaftskreislauf erhalten bleiben. Das Pilotprojekt soll zeigen, dass sichere Patientenversorgung und nachhaltiges Handeln kein Widerspruch sind. Gelingt der Aufbau eines praktikablen Rücknahme- und Verwertungssystems, könnten die gewonnenen Erkenntnisse den Weg für neue Kreislaufansätze im Gesundheitswesen ebnen und einen Beitrag zur Verringerung von Ressourcenverbrauch und Emissionen leisten.

Besonders innovativ ist der herstellerübergreifende Ansatz des Projekts.

Während bisherige Rücknahme- und Recyclingkonzepte häufig auf einzelne Hersteller oder Produktgruppen beschränkt sind, bringt die Initiative „Der Weiße Punkt“ erstmals Kliniken, Industrie, Einkaufsgemeinschaften und Entsorgungspartner in einem gemeinsamen Modellvorhaben zusammen. Ziel ist es, belastbare Erkenntnisse für die Entwicklung eines skalierbaren Systems zu gewinnen, das perspektivisch als Modell für weitere Materialströme im Gesundheitswesen dienen kann.

“Mit diesem Pilotprojekt schaffen wir einen wichtigen Meilenstein für die Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen. Erstmals arbeiten Kliniken, Hersteller, Einkaufsgemeinschaften und Entsorgungspartner im Rahmen der Initiative ‚Der Weiße Punkt‘ an einer gemeinsamen, herstellerübergreifenden Lösung. Statt Insellösungen einzelner Akteure verfolgen wir einen kooperativen Ansatz, der das Potenzial hat, neue Standards für die Rücknahme und stofflichen Verwertung medizinischer Einweginstrumente zu etablieren. Das große Engagement aller Beteiligten zeigt, dass die Transformation hin zu einer ressourcenschonenderen Gesundheitsversorgung zunehmend an Momentum gewinnt.”

Luise Billen, Circularity Managerin, CIRCULARMED GmbH

Für die Rücknahme- und Aufbereitungsprozesse arbeitet das Projekt mit REMONDIS Medison zusammen. Die in den Pilotkliniken gesammelten Einweginstrumente werden über die Anlage des Unternehmens in Zwönitz (Sachsen) geführt, wo die Dekontamination der Materialien erfolgt, bevor diese dem Recycling zugeführt werden. Begleitend werden Daten zu Materialströmen und deren Zusammensetzung erhoben, um Potenziale für eine hochwertige stoffliche Verwertung zu identifizieren und zu bewerten.

Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, praxistaugliche Ansätze für eine kreislauforientierte Nutzung von Materialien im Gesundheitswesen zu entwickeln. Das Pilotprojekt „Einweginstrumente“ könnte damit einen wichtigen Beitrag zur Transformation von einer linearen Nutzung hin zu einer ressourcenschonenderen Gesundheitsversorgung leisten.

 

Das Pilotprojekt unterstützen und finanzieren folgende Partnerunternehmen:

B. Braun SE | Erbe Elektromedizin GmbH | Fuhrmann GmbH | PAUL HARTMANN AG | Johnson & Johnson Medtech | Medtronic GmbH | MICRO-TECH Europe GmbH | Olympus Europa SE & Co. KG | Philips GmbH Market DACH | Prospitalia GmbH | Urotech GmbH